ESMA beschränkt Hebel und verunsichert Anleger - jetzt Handlungsbedarf?

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Der Aufschrei war groß und die Angst bestand, dass Forex Trading nun tot sei. Bitte lesen Sie meinen Artikel und mein Fazit, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Zunächst zur Sachlage:

ESMA schreibt eine Hebelwirkung von 30:1 für die wichtigsten Währungspaare vor.

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ist mit ihrem Urteil zu den Leverage-Beschränkungen für die Branche herausgekommen. Trotz des Feedbacks von Kunden und Maklern schränkt die ESMA die Auswahl der Hebelwirkung für Retail-Broker ein. Die Leverage-Beschränkungen für Privatkunden werden in mehreren Stufen eingeführt. CFDs auf wichtige FX-Paare werden mit 30:1 gehandelt, Indizes, nicht-große Währungspaare und Gold mit 20:1, während andere Rohstoffe und nicht-große Indizes mit einem 10:1-Gearing versehen werden. Broker können einzelne Aktien im Verhältnis 5:1 und Krypto-Währungen im Verhältnis 2:1 anbieten.

Verbot von binären Optionen und Stop Out bei 50%

Die ESMA verbietet die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von binären Optionen. Gut so, denn seriöse Angebote von binären Robotern sind Mangelware. So wird einer ganzen Betrugsbranche der Riegel vorgeschoben. Wie erwartet müssen Broker aber auch einen negativen Saldo-Schutz bieten und Margin-Positionen schließen, wenn das Konto 50 Prozent der geforderten Mindestmarge erreicht.

Beispiel für die neue 50 % Close-Out Regel

Es befinden sich 1.000 Euro auf Ihrem Konto und Sie wollen eine EURUSD Position eröffnen, die eine Marge von 500 Euro verlangt. Wenn die Position einen Verlust von 750 Euro führt, verbleiben Ihnen 250 Euro nach dem Verlust, was 50 % von der benötigten 500 Euro Marge bedeutet, die die offene Position abdeckt. In diesem Beispiel muss der Broker gemäβ der neuen Vorschriften diese Position reduzieren oder schlieβen, bis Ihre Kontoliquidität 50 % von der benötigten 500 Euro Marge erreicht, die für die Deckung der offenen Position benötigt wird.

Keine unseriöse Werbung mit Boni mehr

Auch Boni und jegliche Form von Anreizen sind verboten, während Makler eine standardisierte Risikowarnung entwickeln müssen, die anzeigt, wie viel Prozent der Kunden Geld verlieren. Das alles bietet Ihnen mehr Transparenz. Alles aber keine Gründe, die den Forex Handel für Sie einschränken.

Übergangsphase von 2 Monaten und weitere Ausweichmöglichkeiten

Die Übergangsphase ist relativ lang. Bis August werden die Broker die Regelungen umgesetzt haben müssen. Zudem gibt es sicherlich Ausweichmöglichkeiten, um weiterhin in den Genuss von höheren Hebeln zu kommen. Sie können zu einem Broker ausweichen, der nicht in Europa sitzt, sondern beispielsweise in Australien. Bitte passen Sie aber auf, dass Sie nicht durch den Wunsch nach höheren Hebeln in Russland oder Afrika landen. Solche Broker kann man definitiv nicht empfehlen.

Prüfunen Sie also Ihre Kontosituation und übertraden Sie Ihr Konto nicht. Das ist der beste Rat, den man Ihnen geben kann. Ohne Gier kommen Sie mit langem Atem an Ihr Ziel!