Die 5 größten Gefahren für Handelsroboter EA – Zinsen und Handelsbilanz – Teil 1

In dieser kleinen Kursreihe möchte ich Ihnen aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage einige der größten Einflussfaktoren auf Devisen vorstellen. Diese wirken sich natürlich auch auf unseren Handel mit Robotern aus. Ich möchte, dass Sie durch Überlegungen über diese Faktoren Ihren Drawdown mit EAs verkleinern können und somit profitabler werden, da die Risiken bekannt und besser steuerbar sind.

Zinsen sind der Preis einer Währung

Devisen sind Waren und der Zinssatz ist im Grunde der Preis der Ware. Aus diesem einfach Grund bewegt der Zinssatz oder eine Änderung dessen, einen Devisenpreis am meisten. Möchte eine Zentralbank also den Devisenpreis Ihrer Währung beeinflussen, ist das die Waffe, die es zu wählen gilt. Über die Zinsen kann eine Zentralbank das Wachstum sowie die Inflation steuern. Höhere Zinsen bedeuten weniger Kredite und weniger Wachstum. Da die Geldmenge sich verringert, geht es mit sinkender Inflation einher und umgekehrt. Währungen mit höheren Zinsen ziehen mehr Investoren an und der Preis der Währung steigt. Wenn Sie also diese Währung halten profitieren Sie davon, haben Sie diese verkauft müssen Sie mehr zahlen.

Für Ihren Roboter Handel bedeutet dies, dass Sie sich im Klaren sein müssen über die grobe Zinssituation der Länder und Währungen, die Sie handeln. Eine aktuelle Zinstabelle finden Sie hier

Es gibt für Expert Advisor also zwei akute Gefahrensituationen.

Handeln Sie nie in Zeiten wo Zinsentscheidungen anstehen, denn der Preis kann sich mehrerer hundert Pips gegen Ihre Positionen bewegen. Zudem kann der Roboter die Situation falsch bewerten und auf Gegenbewegungen setzen, die aber nicht kommen, weil sich grundsätzlich der Trend geändert hat. Wenn Sie eine Strategie über einen Roboter handeln, die länger in einer Währung investiert ist oder nachkauft, dann kann es sehr teuer werden, gegen die Zinsstarke Währung zu halten. Jede Nacht müssen Sie hier Zinsen zahlen, so entstehen große Verluste obwohl sich der Kurs gar nicht bewegen muss. Im Moment empfehle ich Shorts auf den AUD, CAD und NZD zu meiden.

Die Handelsbilanz eines Landes deutet auf den Außenwert einer Währung

Die Handelsbilanz besteht aus dem Wert der Exporte minus der Importe. Wenn dies positiv ist, handelt es sich um einen Handelsüberschuss, also wird mehr exportiert als importiert. Gefährlicher ist es, wenn mehr importiert als exportiert wird, dann nennt man dies ein Außerhandelsdefizit. Der Handel mit anderen Ländern findet in verschiedenen Währungen statt, also beinflusst dies den Währungspreis. Wenn mehr Güter eines Landes gekauft werden durch den Export, dann steigt auch der Preis der Währung. Sehr deutlich wird dies anhand Chinas und der USA. China hat einen deutlichen Bilanzüberschuss gegenüber den USA, was den Dollar unter Druck setzt und Chinas Währung theoretisch aufwertet. Sehr deutlich wird dies auch am Beispiel Deutschlands, was als Exportweltmeister immer eine starke Währung hatte, denn die Waren mussten in DM oder jetzt EURO bezahlt werden.

Diese Zahlen beeinflussen den Handel als grober Trendgeber und können grundsätzlich bei Veröffentlichung auch zu roßen Ausschlägen führen. Sie sollten also auch diesen Trend in Ihre Überlegungen beim Handeln mit Robotern einbeziehen.

Lesen Sie im zweiten Teil wie die Devisenspekulation und ausländische Investitionen den Wert von Devisen beeinflussen und wie Sie dies im Expert Advisor handel berücksichtigen können.

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