Tageszinsen und Carry Trades an der Forex

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Alle Trader schauen immer gespannt auf Äußerungen der EZB oder der amerikanischen Notebank FED zur aktuellen Zinspolitik. Gehen die Zinsen rauf oder runter sind das die beeinflussenden Themen für den Handel. Aber wieso steigt eine Währung wenn der Zinssatz erhöht wird? Ich zeige Ihnen die Gründe auf und einen sehr einfachen Weg mit sogenannten Carry Trades Geld an der Forex zu verdienen.

Die (Leit-) Zinsen der Zentralbanken beinflussen die Devisenkurse

Devisen werden an der Forex ge- und verkauft. Sie haben schon einige Gründe dafür in meinem Blog gelesen. Der fundamentalste Grund sind aber die Zinsen, die man beim Halten einer Währung bekommen kann. Hier finden Sie eine Tabelle der aktuellen Zinssätze der Landesbanken, an denen ich ein Beispiel erarbeiten werden:

  • AUD   4.75%
  • NZD    2.50%
  • EUR    1.25%
  • CAD   1.00%
  • GBP   0.50%
  • CHF    0.25%
  • USD   <0.25%
  • JPY     <0.10%

Stand: 06.06.2011

Ein Devisenpaar besteht im Grunde aus zwei Geschäften. Wenn Sie EURUSD kaufen, dann kaufen Sie EURO und verkaufen im Gegenzug USD. Einfach gesagt bekommen Sie hier immer den Unterschied der beiden Zinssätze auf Ihr Broker Konto täglich gutgeschrieben. Sie bekommen also 1,25% für Ihre Euro und zahlen 0,25% für die verkauften USD, die Sie sich ja leihen mussten, um diese zu verkaufen. Der Unterschied von 1% ist hier Ihr Zinsgewinn. Es sind aufgrund von Gebot und Nachfrage Kursen nicht ganz 1% aber so funktioniert das System. Im Moment gibt es sehr viele Marktteilnehmer, die Australische Dollar kaufen und dafür japanische Yen verkaufen, um sich den Zinsunterschied zwischen 4,75% zu 0,1% zu sichern. Dabei können Sie diese Trades am Freitag eingehen und am Montag wieder auflösen. Da am Wochenende nicht gehandelt wird, kann sich der Kurs nicht bewegen und Sie haben einen 2 Tage Zinsgewinn auf Ihrer Seite. Natürlich besteht das Risiko einer Eröffnung unter dem letzten Schlusskurs, was zu berücksichtigen ist. Dies nennt man Weekend Carry Trade.

Beispiel für einen Carry Trade

Um einen Carry Trade zu veranschaulichen, schauen wir uns dies mal in Zahlen an. Für die Betrachtung sind Gebot und Anfrage Kurse gleich.

Sie haben ein 1000 Euro Depot bei einem Broker mit Hebel 1:400, so dass Sie problemlos 0,1 Lot, also 100.000 Euro AUD kaufen und YEN verkaufen. Der Zinsunterschied ist hier 4,65%, der jährlich anfällt. Da Zinsen an der Forex täglich über Nacht berechnet werden, bekommen Sie täglich 4,65%/365=0,01274% von 100.000 AUD. Dies sind 4650 AUD im Jahr und 12,74 AUD am Tag. Auf Ihre Einlage gerechnet sind das stolze 465% im Jahr! Dies ist ein extrem Beispiel, das vor allem annimmt, dass der Kurs sich nicht bewegt, aber das Potenzial von Carry Trades deutlich zeigt.

Diesen Zinseffekt sollten Sie sich in Ihrem Trading jederzeit zu nutze machen. Schauen Sie sich die Zinsen an und vermeiden Sie Trades mit ungünstigen Zinskonstellationen. Im unserem Beispiel sollten Sie es vermeiden, AUD zu verkaufen. Zinseffekte spielen bei vielen Marktteilnehmern eine zentrale Rolle und jede Strategien sollte diese berücksichtigen und nutzen. Währungen mit positivem Swap, also positiven Zinseffekten, laufen oft sehr lange nach oben, da viele Marktteilnehmer den Effekt mitnehmen möchten.